Januar 2019

Hotel Gartner

Im Namen der Hose: Eine (schwergewichtige) intime Reiseanekdote

Wenn ich Ihnen jetzt erzähle, dass ich gerne reise sage ich Ihnen nichts Neues. Wenn ich Ihnen mitteile, dass ich Mode liebe und verdammt eitel bin werden Sie mir sagen: Ja und, wen kümmerts? Wenn ich Ihnen flüstere, dass ich kürzlich für ein paar Tage in den USA war, werden Sie vielleicht schon neugieriger werden, trotzdem aber unter Umständen immer noch kurz davor sein, den Text zu unterbrechen und auf spannendere Seiten im WEB wechseln. Vielleicht rufen Sie mir zu:

KOMM ZUR SACHE MANN! Habe nicht ewig Zeit! Wo ist hier die Story? Was haben Reisen und Mode und Eitelkeit miteinander zu tun?

Halt!!!!, rufe ich aber laut, jetzt fängt es doch an interessant zu werden. Wollte Ihnen ein bisschen was persönliches erzählen. Bin heute bereit mich selbst zu entblößen. Bisschen Intimität und so…

Schließlich kennen wir uns ja schon länger.

„Home-Story, you know?” Kann auch mal sein.

Dürfen sogar über meine Eigenheiten schmunzeln.

Hauptsache Sie lesen weiter.

ICH WILL HEUTE NÄMLICH BEICHTEN!

Also dann, wie gesagt, bin kürzlich mit meiner Familie ein paar Tage weggeflogen. Und wie immer wenn wir verreisen gab es im Vorfeld beim Packen meines Koffers Diskussionen und Kopfschütteln bei meinen drei Frauen. Über meinen Koffer, dessen Inhalt und  vor allem dessen Gewicht.

Ok, ok ich gestehe: Bin in puncto Mode etwas strange.

Ich kann nicht ohne meine unterschiedlichen Lifestyle-Kombis. Schuhe, Strümpfe, Gürtel, Schals und Kopfbedeckungen harmonieren selbstverständlich mit Jacken, Hemden, Hosen und Mäntel. Beachten Sie diesbezüglich bitte den Plural. Den braucht es dringend! Schließlich reden wir hier von unterschiedlicher Gewandung für jeden Urlaubstag!

Ich laufe doch nicht mit farblich unabgestimmter Kleidung durch die Gegend. Wo kommen wir da denn hin! Ich habe einen Ruf zu verlieren!

Klaro…?

In der Summe waren es dann bei der Abreise knapp 30 kg modischer Glücksseligkeit!
Und das, obwohl meine Gattin noch kurz vor dem Start einige Stücke heimlich entfernt hatte, wie ich erst später erfahren hatte müssen. Aus Sorge am Flughafen auf uneinsichtiges Personal zu treffen die kein Verständnis für die Extravaganz ihres Ehemannes haben würde.

Und genau das passierte dann auch. Der Mann am Gepäckschalter musste sich erstmal seine Augen reiben, als wir meinen Koffer zu zweit auf das Gepäckband gehievt hatten und er des Gesamtgewichtes ansichtig geworden war. Mit ungepflegtem Zeigefinger zeigte er humorlos zuerst auf meinen und dann auf die Koffer meiner Familie und sagte nur ein Wort: „Umpacken!”

Den „Habe ich es Dir nicht gesagt-Blick” meiner Frau ignorierte ich wissentlich, fluchte leise vor mich hin und verteilte dann die einzelnen geliebte Stücke auf die Frauen-Koffer.

Bereut habe ich meine Kleiderauswahl nicht. Während der gesamten Reise hatte ich täglich die Qual der Wahl!

Es war so schön, das können Sie sich gar nicht vorstellen.

P.S Ich hoffe meine Frau liest den Blog nicht, aber ich werde auch im kommenden Jahr wieder hemmungslos einpacken. Ohne Rücksicht auf Verluste!

Versprochen.


Während des Kofferpackens trug ich Kopfhörer. Auf meinem iPod lief dabei:

Pauls Jets: ,,Alle Songs bisher”
Bilderbuch: ,,Mea culpa”
Bob Mould: ,,Sunshine Rock”
Dendemann: ,,Da Nich Für”