März 2019

Hotel Gartner

Große Klasse, Muskelmasse! Mit Florian Gartner im Fitnessstudio

Ich gehe ja leidenschaftlich gerne zum Training . Regelmäßig was für die Muckis tun. Und für den entspannten Gedankenfluss. So ein bisschen das Hirn durchlüften und gleichzeitig das Marathon- Tier in sich zum Brüllen bringen. Braucht man, wenn man jeden Tag von vielen Menschen umgeben ist. So als Ausgleich. Und um zu vermeiden, dass man früher oder später zum Serienmörder wird. Oder, noch schlimmer, ein Burn Out bekommt!

Wenn ich da so auf meinem Laufband vor mich hinrenne oder am Stepper meine Waden strapaziere habe ich durchaus Zeit und Muße mir im 180 Grad-Umblick einen Eindruck vom homo exercensis zu verschaffen. Unglaublich was da alles läuft und springt, krabbelt und hüpft, ächzt und stöhnt.

Lassen Sie mich den ganz normalen Fitnesswahnsinn kurz analysieren.

Grundsätzlich muss man schon mal weibliche und männliche Trainings-Archetypen unterscheiden Fitness-Maus und Muskel-Gorilla sozusagen. In meinem Fitnessstudio sind erstere eher älteren Datums und treffen sich zum Zeitlupen-Workout, um dort Kochrezepte auszutauschen und über die Lebens-Fortschritte ihrer Enkel und die entsprechenden Rückschritte ihrer Ehegatten zu philosophieren. Dies geschieht in einer Lautstärke, dass mir sogar das Weihnachtsgeschenk meiner Frau-phantastische, lärmabweisende Bose-Kopfhörer - nichts nützen. Also füge ich mich und freue mich mittlerweile regelmäßig allerbesten Einblick in das mehr oder weniger intakte Familienleben meiner Heimatstadt  zu erhalten.

Nur vereinzelt gibt es auch jüngere, attraktivere Exemplare in engen Fitnessklamotten zu bewundern, die ihre langen rotlackierten Fingernägeln an den schweren Geräten malträtieren und mit einem offensiv präsentierten Muskelspiel die neuesten Tattoos auf ihren Schulterblättern zum Tanzen bringen. Wenn diese Damen zum Training kommen ist Festtag im Studio!

Über diese Bizeps-trizeps-Party freuen sich natürlich besonders die männlichen Sportler jeder Alterskategorie. Die Herren der Schöpfung präsentieren dann ihrerseits ihre annähernd Statuen-gleichen Körper und balancieren gekonnt auf der Testosteron-Waage.

Phantastisch! Männlich! Gut!

Das Spiel zwischen den beiden Geschlechtern ist äußerst unterhaltsam, fast fernsehtauglich und könnte dann wohl  mit ,,Power sucht Frau“ übertitelt werden. (Verzeihen Sie mir das doofe Wortspiel, aber ich konnte mich nicht zurückhalten. In diesem Kontext musste es einfach sein…).

Äußerst interessant sind auch die professionellen Wächter über das körperbetonte Schauspiel der Alten und Jungen, der Dicken und Dünnen: Die Fitness- Trainer. Den Großteil ihrer Zeit verbringen sie an de Eingangstheke des Studios gelehnt (Stichwort: Rudelbildung),  philosophieren(???) über Gott und die Welt und kichern (!!!) einigermaßen grundlos vor sich hin und schauen mit eher desinteressiertem Blick auf das Geschehen an den Geräten und den Liegematten. Die sportlichste Aktivität besteht darin alle 12 Monate  das Bankomat-Gerät zu zücken, um den  Jahresbeitrag für das Studio vom strapazierten Konto der Kunden abzubuchen. An besonderen Tagen (Ostern, Weihnachten und Pfingsten) gibt es auch schon mal einen freundlichen Klaps auf die schweißgetränkten Schultern der Sportler. Da freut man sich dann ganz besonders!

Wir Sportler und Trainer, Männer und Frauen bilden eine Gemeinschaft wie sie schöner (und unverbindlicher) kaum sein könnte. Auf Papier (Anmeldungsformular) besiegelt und in Schweiß getränkt sozusagen.

Was will man mehr?

Morgen gehe ich wieder hin. Bin schon wieder richtig heiß!

ICH KOMME!

Während des Trainings höre ich aktuell folgende Alben:

Eins Zwo : ,,Gefährliches Halbwissen“
Pedro the Lion: ,,Phoenix“
Frittenbude: ,,Rote Sonne“
Robert Forster: ,,Inferno“
James Yorkston: ,,The Route to the harmonium”