Januar 2019

Es lebe das Klischee… Tu felix Austria gehörst (a bissl) auch zu mir

Ich mag Österreich. Habe dort gelebt. Habe dort studiert und gearbeitet. Einige Jährchen. In Innsbruck und in Wien. War echt gut. Die Zeit dort und die Geschichte als Südtiroler, der zufolge man ja eh immer so ein Zwitterwesen ist, von wegen österreichischer Italiener oder italienischer Österreicher oder so ähnlich spricht ja sowieso für sich. Da bleibt man immer irgendwie vom Ösi-Dasein durchdrungen.

Habe ich erst kürzlich wieder gemerkt, als mich ein alter Kumpel aus dem Land von Amadeus Mozart, Hans Krankl, Niki Lauda, Kommissar Rex, Siegmund Freud, Arnold Schwarzenegger und Maria Theresia anrief. ,,Bock auf ein geiles Konzert?” fragte mich der Innsbrucker.

Wer mich kennt weiß wie die Antwort ausfiel.

Ich war ja immer schon ein Sponti und einige Stunden später traf ich mich mit meinem Freund im ,,Treibhaus” zu Innsbruck, um mir dort die Wiener Gossen-Ikone Voodoo Jürgens anzuhören. Der schwarzhumorige Liedermacher gab dort Songs des verstorbenen Ludwig Hirsch zum Besten. Dessen makabre Texte und die morbide Stimmung seiner Auftritte hatten Ende der 70er-Jahre dazu geführt, dass der Radiosender Ö3 damals beispielsweise davon abgesehen hatte den Song ,,Großer schwarzer Vogel” nach 22 Uhr zu spielen, aus Sorge, Hörer könnten Selbstmord begehen.

Ist das nicht leiwand (österr: großartig)? So was gibt es auch nur in Austria. Und dafür liebe ich dieses Land.

Außerdem noch für Sachertorte, Red Bull, Kaiserschmarrn, Wiener Schnitzel und Dirndl, Hüttenwanderung, Tafelspitz und Wiener Adel… Ach mir wird ganz warm ums Herz.

Doch ich drohe wieder abzuschweifen (im Übrigen auch so eine österreichische Eigenart). Schwafeln (laut Wörterbuch: unsinnig, töricht daherreden) halt!

Zurück zum Konzert: Voodoo Jürgens, die geile Socke bot ein Konzert, wie es österreichischer kaum geht. Phantastische Songs wie ,,I lieg am Ruckn”, ,,Die Omama”, ,,Spuck den Schnuller aus” und ,,Der Dorftrottel” sorgten für eine Bombenstimmung unter den Einheimischen (die Anderen) und den ,,Zugereisten” (mir und noch ein paar wenige Asyl-Südtiroler).

Mitgesungen, mitgehangen, mit krächzender Stimme wieder über den Brenner nach Hause gefahren.

Mitten in der Nacht und mit Ludwig Hirschs CD ,,Dunkelgraue Lieder” im Player.

Euphorisiert und sentimental.

,,Zwei Seelen wohnen ach! In meiner Brust” sprach einst Goethes Faust.

War der Typ eigentlich Südtiroler?


Wenn Sie mich heute fragen, welche Musik Sie hören sollen, dann empfehle ich Ihnen natürlich eine gehörige Portion Austro-Pop. Und da selbstverständlich Oldies wie Falco, Ambros und natürlich: Ludwig Hirsch! Zwischendurch darf man auch herrlich altmodisch sein!