Dezember 2018

Hotel Gartner

Oh Du Schreckliche: Weihnachtshorror für die Ohren

Lange dauert es nicht mehr! Nur noch ein paar Tage bis Weihnachten. Ich freu mich schon auf die wunderbare Atmosphäre zuhause, auf die festliche Stimmung im Kreise der Familie, auf Weihnachtsbraten und Zimtsterne und natürlich auch auf die Geschenke.

Und vor allem… auf die friedvolle Stille in unserem Wohnzimmer!

Tja, darauf bin ich dieses Jahr besonders heiß! Ich habe nach vielen Jahren auditiven Leidens heuer nämlich den Schuko-Stecker für die Stereoanlage versteckt.

Warum?

Weil ich diese Weihnacht einem Übel vorbeugen will, das mich jedes Jahr in den Wahnsinn zu treiben droht.

DEN WEIHNACHTSLIEDERN!

Seit Wochen schon muss ich sie über mich ergehen lassen, die Bing Crosby‘s, Band Aid‘s und Jose Carreras dieser Welt. Gar nicht zu reden von Mariah Carrey, John Lennon und fucking Helene Fischer. Und wenn ich noch einmal ,,Driving home for Christmas“ aus der Kehle von Chris Rea hören muss laufe ich Gefahr die Kontrolle über mich und meine sprichwörtliche Weinachts - Gutmütigkeit zu verlieren.

Und jetzt reichts mir einfach! Ich hasse diese Musik!

Die Horror-Songs verfolgen mich in Fahrstühlen, Kaufhäusern und auf den Weihnachtsmärkten, im Autoradio und im Fernseher. Und im Wartezimmer von Zahnärzten! Obwohl, dort passt es eigentlich gar nicht so schlecht… Da spart man sich wenigstens die Betäubung!

Ach, es gibt so unglaublichen musikalischen Weihnachtsmüll!

Und das Problem ist: Keiner entsorgt ihn…

Welcher Krampus hat beispielsweise Bruce Springsteen geritten, als er ,,Santa Claus is coming home“ aufgenommen hat? Und uns seitdem jährlich auf den (Weihnachts)-Keks geht. Oder der kleine, süße Heintje? Sie erinnern sich: Der holländische Kastrat, der vor gefühlt 100 Jahren „Heidschi Bumbeidschi…“ gesungen hat.(Und in üblen Oldie-Sendern heute noch gespielt wird)

,,Heidschi Bumbeidschi“? Ja hatte sie der eigentlich alle, oder hat er sich in der Vor-Weihnachtszeit in Amsterdam einfach nur wochenlang mit Cannabis zugedröhnt?

Der nächste musikalische Schwerverbrecher war unser aller Liebling Peter Alexander, der zu Weihnachten allen Ernstes „Eine Muh, eine Mäh, …“ sang. Meine Mutter liebte ihn und mir bescherte er - neben einer chronischen Trommelfeld-Entzündung- X Stunden auf der Kindheits-Trauma-Couch meines Psychiaters.

Weitere Beispiele für nerviges Festtags - Gedudle gefällig? Ganz oben in meiner S(Hit)-Liste: ,,Last Christmas’’ von Wham!,  „Feliz Navidad“ von Jose Feliciano und Rolf Zuckowski ( Was soll man sich von jemandem mit diesem Namen auch erwarten dürfen…) mit ,,In der Weihnachtsbäckerei“.

Ja, Sie merken schon, das Thema macht mich richtig heiß. Ich könnte noch seitenlang weiterschimpfen, aber ich glaube ich muss jetzt aufhören. Meine Tochter sucht gerade nach dem Schuko-Stecker!


Statt Weihnachtssongs lege ich ihnen für die Feiertage folgende Alben ans Herz:

David Baerwald: “Heres Comes to new folk Underg”
Udo Lindenberg: ,,MTV-Unplugged 2-Live vom Atlantik“
Agar Agar: ,,The dog and the future”
Suede: ,,The blue hour”
Low: ,,Double Negative”
Nils Frahm: ,,All melody”