September 2018

In der Ruhe liegt der Saft: Drehbuch eines Kurzurlaubes

Der Trend geht zum Kurzurlaub! Immer mehr Gäste reisen öfter, dafür aber auch kürzer, mit einem großen Bedürfnis in der knappen Zeit auch viel zu erleben. Abschalten ist unsexy, hochschalten ist Standard. Wir Hoteliers erleben den Vollgas-Rhythmus vieler Urlauber tagtäglich. Dem Thema gilt es humorvoll zu begegnen. Habe deshalb ein Drehbuch für einen Kurzurlaub geschrieben, nur so ,,just for fun”. Geschichte und Personen sind frei erfunden. Allerdings, wenn ich genau nachdenke, könnte es sich aber auch genauso abgespielt haben.

Eine Melange von Wahrheitsanspruch und Fiktion sozusagen!

Ort des Geschehens: Dorf Tirol

Hauptdarsteller: Ute und Norbert aus Gummersbach

Zeitpunkt: Irgendein Freitag bis irgendein Sonntag im Sommer 2018

Freitag morgen 2.00 Uhr: Ute und Norbert beladen gerade ihren PKW für den Wochenendtrip von ihrem Heimatort Gummersbach in den Zielort ihrer Träume, nach Dorf Tirol. Beiden Personen hängt der Nachtschlaf noch in ihren entzündeten Augen (beide haben viel zu viele Überstunden am Computer getätigt, um sich das kurze Break genehmigen zu können). Aber egal! Man startet früh, um die Staugefahr zu reduzieren, vor allem aber um das leckere Frühstück im 800 km entfernten Südtiroler Ferien-Hotel nicht zu verpassen (Latte Macchiato und O-Saft… mmmmh) Im Kofferraum befinden sich Überlebensausrüstung für eine potentielle Antarktis-Durchquerung sowie Stringtanga, Sonnencreme und Base-Caps für den eventuellen Pool-Aufenthalt. Man weiß ja nie. Die Wetter-Apps sprachen unterschiedliche Sprachen. Temperaturen von 6-35 Grad. Zum Glück haben die modernen Fahrräder am Autodach mittlerweile eine Bereifung, die im Falle aller Fälle auch Ausflüge in die Südtiroler Schnee-Welt erlaubt!

Freitag morgen 7.00 Uhr: Der erste Stau. Sch... Fern-Pass! Norbert fürchtet um seine von daheim gebuchte Golf-Abschlagzeit um 12.00 Uhr. Puuuh… Nur ein kleiner Unfall! Frühstück und Golf rücken näher. Bis zu Utes Kosmetik-Termin in der Hotel-Beautyfarm um 14.00 Uhr hat man sowieso noch genügend Zeit. Finger- und Fußnägel haben in letzter Zeit gelitten. Vernachlässigung wegen zu viel Arbeit!

Freitag morgen 9.40 Uhr: Die Stimmung im Auto ist schlecht. Norbert hat dem Navi mehr Glauben geschenkt als seiner Südtirol-erfahrenen Frau. Falsch abgebogen! Nochmal Sch…!

Freitag morgen 10.30: Trotz der kleinen Widrigkeiten fast pünktlich im Hotel angekommen. Jetzt erstmal frühstücken. Latte macchiato und O-Saft. Mmmmmh… Ute nimmt auch ein "Proseccochen". Wegen Norbert. Hat ein bisschen genervt. Aber egal! Jetzt ist man da!

Oh tut das gut. Bella Italia! Schmeckt hier einfach besser als zu Hause. Das tut gut! Zimmer ist zwar noch nicht bezugsbereit, aber egal! Schnell noch mit der Dame an der Rezeption das Programm für die nächsten Tage organisieren. 2x Wandern, mindestens 1000 Höhenmeter (NORBERT), 1x shoppen (UTE), 1x Paragleiten (UTE), 1x Radtour (BEIDE ). Dann noch die Mails checken und ab zum Golf. Ute bräunt sich inzwischen im - Überraschung! - völlig schneefreien Garten. 34 Grad! Ui, heiß hier! Aber schön! Das Hotel muss bei allem Bewegungsdrang schon auch genossen werden.

Freitag Abend 20.00-21.30 Uhr: Dinner. Super. Tief schlafen. Müde!

Samstag morgen 8.00 Uhr Frühstück: Latte macchiato und O-saft! Mmmmhh! Programm schon ein bisschen stressig, aber was soll's. Wenn man schon mal da ist. Kurz Mails checken. Vormittag Stadt, dann die Bergtour. Das mit dem Paragleiten wird knapp. Dann doch lieber im Hotel nach einem Late-Check out für den nächsten Tag fragen und vormittags noch eine kleine Mountain-Bike Tour einschieben. (E-Bikes sind geil! Und so zeitsparend).

Samstag Abend 18.00 Uhr: Kleine Weinverkostung. In Südtirol ein Muss! Abendessen. Sehr, sehr müde! Absacker und ab in die Heia! Morgen warten ja wieder 800 km.

Sonntag morgen 7.30 Uhr: Früh raus, ne Runde schwimmen. Mails checken! Dann Latte macchiato und O-Saft, mmmhh, ordentlich futtern. Wer weiß, wann man wieder sowas Leckeres bekommt. Dann Radfahren und etwas Sonnenbaden. Später im Sonntag geöffneten Supermarkt noch ein paar italienische Spezialitäten einkaufen. Die Abfahrt steht vor der Tür. Ach ging das schnell!

Sonntag Mitternacht: Zehn Stunden und vier Staus später wieder Zuhause. Irgendwie gerädert.

War richtig schön. Das schreit nach Wiederholung!


Hoffentlich hatten Ute und Norbert im Auto gute Musik. Zum Beispiel:

Prince: ,,Piano& A Microphone”
Mitski: ,,Be te Cowboy”
Big K.R.I.T.: ,,Cadillactica”
Fucked Up: ,,Dose your dreams”