November 2015

Hotel Gartner

Im Osten viel Neues

Ich liebe den Osten! Bis vor kurzem wusste ich das noch nicht, aber nun ist es passiert: Ich habe mich in den Balkan verliebt! Ein Kurztrip nach Slowenien und Kroatien mit meiner Angetrauten kurz nach Saison-Schluss hat meine Reise-Gefühle zunächst  mutieren und dann explodieren lassen.

Der Balkan: So nah und doch so fern!

Habe schon die halbe Erdkugel bereist, aber ich muss gestehen nur fünf Autofahr-Stunden von Südtirol entfernt hat sich mir eine neue Welt eröffnet. Eine Welt, die ich -ich schäme mich fast es zuzugeben- bislang ignoriert hatte.

Ein Fehler! Ein großer Fehler, wie ich vergangene Woche feststellen durfte!

Da wäre zunächst mal Ljubljana, slowenische Hauptstadt mit etwas mehr als 300.000 Einwohnern wunderbar idyllisch am Fluss Ljubljanica gelegen. Gefühlter Altersdurchschnitt der Einwohner dort: Vielleicht Mitte zwanzig! Jung, dynamisch, kreativ, innovativ, modern. Da könnten sich viele vergleichbare Städte im Westen ein gewaltiges Stück Lebensgefühl von abschneiden. Coole Lokale und Restaurants ohne Ende, Galerien und Museen, Street-Art wohin man blickt, originelle Geschäfte fernab der überall gleichen langweiligen Einkaufszonen Mitteleuropas. Südländische Lässigkeit trifft auf nordische Ordnungsliebe, italienische Küche auf französischen Lifestyle.

Slowenien ist gut, sehr gut sogar.

Und das alles bei 20 Grad Mitte November!

Noch Fragen?

Ach ja, ein langes Wochenende voll mit mediterranem Flair hat uns vorläufig gereicht, schließlich galt es nur anderthalb Stunden entfernt ja noch der kroatischen Perle Zagreb einen Besuch abzustatten. Um einiges größer als Laibach (800.000 Einwohner) weiß aber auch die Balkan-Verwandte von Wien, Budapest und Graz mit speziellem Charme zu punkten. Optische weil architektonische Parallelen  zu den genannten Städten sind nicht zu übersehen, gemixt mit Ostblock-Elementen die das Bild zwar nicht unbedingt schöner aber ganz sicher runder machen. Auch hier Sehenswürdigkeiten ohne Ende, eine unglaubliche Vielfalt an interessanten Museen (mein Tipp: ,,Museum of broken relationship“, lassen Sie sich überraschen!) freundliche Menschen allerorts, gutes nightlife (waren natürlich wieder mal auf einem Konzert, dieses Mal die amerikanische Indie Band Mercury Rev), und, und, und…

Erfrischend weil anders! Besser weil unbedarfter! Neuer weil neugieriger!

Die Impressionen aus den beiden Städten haben in mir den Eindruck erweckt, dass der Osten im Moment der bessere Westen ist. Ich fahr jedenfalls wieder hin. Ein paar Adressen gibt es ja noch. Vielleicht treffen wir uns bald schon mal dort!

Gute Reise! Sretan put!

Bei zehn Stunden Autofahrt hatten wir Zeit folgende Alben zu hören:

The Spitfire: "Response“
Vert: “The days Within“
Oneothrix Point never: “Garden of Delete“
Josh Ritter: ”Sermon on the Rocks”
Car Seat Headrest: ”Teens of Style”
Floating Points: ”Elaenia”
Motorama: ”Alps”